Originaltext aus den Weinheimer Nachrichten vom 11.Juni 2019

Zum allerersten Mal haben die Fußballer der TSG 91/09 Lützelsachsen an die Tür zur Landesliga geklopft. Doch der Zutritt bleibt ihnen (noch) verwehrt. In der ersten Relegationsrunde zog der Vizemeister der Kreisliga Mannheim am Pfingstmontag klar den Kürzeren gegen den SV Rohrbach, Vizemeister der Kreisliga Sinsheim. Vor rund 650 Zuschauern, darunter 537 Zahlende, verloren die Lützelsachsener auf dem Rasenplatz des SV Waldwimmersbach mit 1:4 (1:2). Während Rohrbach damit das Relegationsfinale gegen die FT Kirchheim erreicht hat, verbleibt die TSG ein weiteres Jahr in der Kreisliga.

Das Lützelsachsener Scheitern hat zugleich direkte Auswirkungen auf zwei weitere Mannschaften von der Bergstraße. Das Aus für die TSG 91/09 bedeutet wiederum, dass die TSG 62/09 Weinheim II aus der Kreisliga in die A-Klasse absteigen muss und der SV Laudenbach nach nur einem Jahr wieder den Weg zurück in die B-Klasse antreten muss (siehe Bericht auf Seite 31).

„Natürlich wollten wir das K.o.-Spiel gewinnen. Das Scheitern tut daher schon weh“, sagte TSG-Trainer Rick Hutter. „Aber man muss auch anerkennen, dass der Sieg für Rohrbach völlig in Ordnung ging. Bei unserer jungen Mannschaft hat einfach auch die Erfahrung für solch ein Spiel gefehlt. Wir waren individuell nicht clever genug, Rohrbach ist uns in diesem Punkt einen Schritt voraus.“ In der Tat präsentierte sich der SVR als erfahrenere und deutlich abgeklärtere Mannschaft.

„Dennoch dürfen wir behaupten, dass wir eine geile Saison gespielt haben“, sagte Hutter. Ähnlich sah es Spielausschussvorsitzender Torsten Bock: „Der SV Rohrbach war die technisch bessere Mannschaft und hat aufgrund der zweiten Halbzeit verdient gewonnen. Wir hatten überhaupt keinen Druck, aufsteigen zu müssen. Wir sind mit dieser Runde sehr zufrieden und wollen in der nächsten Saison daran anknüpfen.“

Sechs Zugänge, vier Abgänge

Das Gesicht der TSG Lützelsachsen wird sich in der Kreisliga-Saison 2019/20 etwas verändern. Vier Abgängen stehen sechs Zugänge gegenüber. Stefan Schröder bestritt gestern sein letztes Spiel und beendet seine Karriere. Torhüter Fabian Gutfleisch zieht es nach Thailand, Kevin Funder wechselt zum SV Unter-Flockenbach II und Tolga Abaza geht in die eigene zweite Mannschaft. Als externer Zugang steht Michael Ottlik vom Nachbarn TSG 62/09 Weinheim fest. Hinzu kommen fünf Lützelsachsener A-Junioren-Spieler mit Luca Menges, Lou von Geiso, Nils Eder, Felix Schillinger und David Knapp.

SVR-Torjäger Karolus schlägt zu

Lützelsachsen besaß im Spiel gegen Rohrbach zwar die erste Möglichkeit durch Edin Muharemovic (6.), danach war aber der SVR am Drücker. Zunächst sorgte TSG-Torwart Gutfleisch für eine Schrecksekunde, als er weit aus seinem Tor eilte und fast an der Mittellinie ein Handspiel fabrizierte. Mit der gelben Karte war er gut bedient (12.). Den anschließenden Freistoß verlängerte Nils Reißfelder ins Zentrum, wo SVR-Toptorjäger Robin Karolus (32 Saisontreffer) per Direktabnahme erstmals zum 0:1 zuschlug (13.).

Auf der Gegenseite unterlief SVR-Torhüter Nico Romig ein grober Patzer, den Matthias Schröder zum raschen 1:1 nutzte (20.). Muharemovic hätte die TSG sogar in Führung bringen können, doch im direkten Konter nach seiner Großchance erzielte Lukas Authenrieth das 1:2 (32.). Kurz vor der Pause kochten die Gemüter hoch: Der Lützelsachsener Konstantin Beutel wurde im SVR-Strafraum umgestoßen, doch der Elfmeterpfiff durch Schiedsrichter Fabian Reuter (Heidelberg) blieb aus. „Wenn wir hier einen Strafstoß bekommen und das 2:2 erzielen, hätte es noch spannend werden können“, sagte TSG-Trainer Hutter. So ging Rohrbach unter den Augen des BFV-Präsidenten Ronny Zimmermann aber mit einem Vorsprung in die zweite Halbzeit.

Exakt 40 Sekunden nach Wiederbeginn fiel das 1:3 erneut durch Karolus auf Vorarbeit von Nils Ohlhauser. „Das war der Knackpunkt der Partie“, sagte Torsten Bock. In der Folge wurde das Spiel etwas hitziger, wobei der Lützelsachsener Tobias Malchow mit seinem Gegenspieler Fabian Hack aneinandergeriet. Doch spätestens mit dem 1:4 durch den dritten Treffer des abgezockten Karolus war die sportliche Entscheidung gefallen (61.). Danach vergab der SVR noch leichtfertig einige gute Konterchancen. Die Lützelsachsener waren an diesem Tag wiederum nicht in der Lage, sich gegen die Niederlage im ersten Relegationsspiel aufzubäumen.