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Der Lützelsachsener Fatih Isci kommt mit vielen positiven Eindrücken vom Amateurfußball-Kongress aus Kassel zurück

Bevor der Spielbetrieb im Amateurfußball wieder Fahrt aufnimmt, lud der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Wochenende in Kassel zum dritten Amateurfußball-Kongress ein. 286 Delegierte aus allen Landesverbänden waren vertreten. Dem DFB geht es vorrangig um die Europameisterschaft 2024. Der Verband rechnet, wie nach dem Sommermärchen der WM 2006, mit einem Boom. Davon sollen die Vereine profitieren und sie sollen besser darauf vorbereitet sein als 2006.

In Kassel ging es aber auch um die Probleme an der Basis. Fehlende ehrenamtliche Mitarbeiter, immer weniger Mannschaften im Spielbetrieb oder auch in die Jahre gekommene Sportstätten – die Amateure haben mit vielem zu kämpfen. Die Delegierten berieten in Workshops über Lösungen, die Landesverbände waren per Satelliten-Kongress zugeschaltet, über die wichtigsten Themen konnten alle per Handy abstimmen. Im Herbst will der DFB den aufgrund der Kongress-Vorschläge erstellten „Masterplan“ vorlegen, in dem fixiert ist, welche Ziele bis 2024 erreicht werden sollen.

Mittendrin beim Stelldichein der Bundestrainer um Joachim Löw und Martina Voss-Tecklenburg, der DFB-Vorstandsriege um Präsident Reinhard Grindel und ehemaligen Nationalspielern war auch Fatih Isci. Der A-Jugend-Trainer der TSG 91/09 Lützelsachsen war einer der Vertreter des Badischen Fußball-Verbandes. Er wusste nicht nur von repräsentativen Problemen aus dem eigenen Verein zu berichten. „Im Vorfeld hatten mich beispielsweise die SG Hohensachsen oder der SC United Weinheim angesprochen und von daher konnte ich auch die Themen Zweitspielrecht der Mädchen bei Jungs und Probleme bei der Neugründung eines Vereins mit in die Workshops einfließen lassen“, sagt Isci, der den Kongress sehr interessant, aber insgesamt zu wissenschaftlich aufgestellt sah. „Wer sich das Infomaterial vorher durchgelesen hatte, für den war es zu 80 Prozent eine Wiederholung der Online-Inhalte. Und das hätte man vor Ort dann verständlicher gestalten können.“

Schließlich seien unter den Kernthemen Vereinsfußball, Rahmenbedingungen des Vereinsfußballs, Verband, Bildung/Qualifizierung 2024 und Digitalisierung „geile Inhalte“ in den Arbeitsgruppen besprochen worden. Was Isci beeindruckte: „Am Tisch saßen Vertreter jeder Ebene, vom DFB-Funktionär bis zum Vereinsmitarbeiter. Deshalb kamen immer schöne Diskussionen zustande. Ich hoffe, dass der Verband verstanden hat, wo der Schuh bei den Vereinen drückt.“ Alarmierend sei der Rückgang der Vereinsmannschaften, was die Bildung von mehr Spielgemeinschaften nach sich zieht. Andererseits hätten auch die Vereine verstanden, dass der DFB kein Allheilsbringer sein könne.

Was Isci mit nach Hause nahm war vor allem das Gefühl, gehört worden zu sein. Und über den Video-Gruß vom DFB-Chef nach Lützelsachsen sowie die Selfies mit den Bundestrainern. Am Ende stand aber eins: Alle müssen gemeinsam am Ball bleiben, damit der weiter rollen kann.