Michael Rettig gehört in Lützelsachsen zu den Abräumern / Beruflich beschäftigt er sich eher mit Aufbau

„Diesmal hat es besser geklappt“, reagierte Michael Rettig fast erleichtert. Nach neun Gegentoren in den ersten zwei Partien des Jahres in der Fußball-Kreisliga stand die Abwehr der TSG 91/09 Lützelsachsen am Sonntag viel gefestigter: Nur ein Tor ließen der 26 Jährige und seine Kollegen im Spiel beim MFC Lindenhof zu, mit dem2:1-Sieg holte das Team wichtige Punkte im Abstiegskampf der Fuß.
„Es ist natürlich wunderbar, dass wir gewonnen haben. Ansonsten hätten wir jetzt ein kleines Problem“, weiß Rettig, der als Innenverteidiger einen tadellosen Job verrichtete und daher unser Fußballer der Woche ist. Er hofft, dass das Pendel nun umschlägt und Lützelsachsens Sorgen in den nächsten Wochen kleiner werden: „Mit einem Sieg gegen Turanspor können wir einen weiteren Schritt nach vorne machen. Es geht unten alles sehr eng zu, da müssen wir unbedingt.
Aktuell ist die TSG mit 23 Punkten Zwölfter, die Leistungen waren einfach zu wechselhaft: „An einem guten Tag können wir gegen jeden bestehen, aber wir haben halt nicht jedes Wochenende einen guten Tag“, erklärt der Verteidiger, der nach seinen Anfängen bei der TSG 62/09 Weinheim in der A-Jugend zu Lützelsachsen wechselte. Eine goldrichtige Entscheidung, wie der Student betont: „Ich fühle mich hier sehr wohl und will auch nicht mehr weg.“ Das liegt vor allem an der Kameradschaft. „Es gibt sicher Vereine, bei denen man mehr dazu verdienen kann. Aber das macht es bei uns eben aus. Hier sind nur Jungs, die sich generell gut verstehen“, berichtet Rettig. „Selbst während der Niederlagenserie in der Hinrunde haben wir im Training viel gelacht und gemeinsam was unternommen. Hier geht es einfach sehr freundschaftlich zu.“

Toreschießen ist nicht sein Thema

Oder um es in Anlehnung an Rettigs berufliche Pläne zu formulieren: Bei der TSG haben sie ein gutes Fundament. An der TU Darmstadt macht er gerade den Master in Bauingerieurwesen. Auf dem Spielfeld kommt Rettig eher als Abrissbirne daher – zumindest hat er mit dem Toreschießen wenig am Hut: „Dass ich mal ein Tor schieße, wird wohl nicht mehr passieren. Das ist vorbei“, sagt er lachend. Aber: „Solange irgendwer die Tore macht, ist mir das auch egal. Mir ist es wichtig, dass wir nicht wie gegen Hemsbach gleich sechs Stück kassieren. Das ärgert mich dann schon sehr.
„Auf ein gutes Fundament kann Rettig auch privat blicken: Seit fast vier Jahren ist er in festen Händen. Die Feuertaufe mit Freundin Fiona bildete eine mehrmonatige Südamerika-Reise: „Da waren wir noch nicht lange zusammen. Wenn man vier Monate 24 Stunden am Tag aufeinander hockt, merkt man schnell, ob es was wird. Aber es hat gut funktioniert“, huscht Rettig ein Lächeln übers Gesicht. Das soll sich auch Ostermontag nach dem Heimspiel gegen Turanspor (15 Uhr) einstellen: Dann wird er wieder mithelfen, das eigene Nest halbwegs sauber zuhalten – um statt Eiern Punkte zu ergattern.

Zur Person

  • Michael Rettig sieht sich am ehesten noch als Anhänger des deutschen Rekordmeisters: „Ich bin zwar kein extremer Bayern-Fan, aber gerade international halte ich schon zu ihnen. Insgesamt freue ich mich eher über schöne Tore.“
  • Seine Reise nach Südamerika, auf der er einige Länder besucht hat, ist dem Weinheimer sehr gut in Erinnerung geblieben: „Eine besondere Erfahrung, vieles war auf jeden Fall sehr sehenswert“, sagt Rettig.
  • „Ich war eigentlich schon immer Innenverteidiger“, sagt Rettig mit Blick auf seine Fußballerlaufbahn. „Zu Anfang meiner Aktivenzeit wurde ich auch mal als Außenverteidiger oder im rechten Mittelfeld eingesetzt – aber da habe ich einfach nix verloren“, stellt der 26-Jährige lachend klar.

Weinheimer Nachrichten, 23.03.2016