Bericht aus den Weinheimer Nachrichten vom 07.04.2020.

Enrique Cazorla, Trainer TSG 91/09 Lützelsachsen 2

Lützelsachsen. Die Fußballer hoffen, dass sie ihre Saison sportlich zu Ende bringen können. Das tun sie schon allein deswegen, weil dann auch klar wäre, dass das Coronavirus nicht mehr die ganze Welt im Griff hätte. Und die TSG 91/09 Lützelsachsen hofft das auch in sportlicher Hinsicht, denn sie führen die Tabelle der Fußball-Kreisliga an. Jetzt machten die Verantwortlichen auch Nägel mit Köpfen und vermelden die Zusagen der Trainerteams für die kommende Runde. Die Spieler der zweiten Mannschaft sagten komplett zu und bei den bisherigen Gesprächen mit der ersten Mannschaft ist die Tendenz auch sehr positiv. Aus bislang 13 Gesprächen resultierten elf Zusagen.

Das stimmt auch den Spielausschussvorsitzenden Torsten Bock zuversichtlich. Der wollte sein Amt nach dieser Runde eigentlich abgeben. „Ich habe mich aber nun entschlossen, auch die nächste Saison noch als Spielausschussvorsitzender zur Verfügung zu stehen – sofern man das wünscht. Ich finde einfach, dass sich das gehört, dem Verein in dieser schwierigen Situation beizustehen. Das erwarte ich von allen anderen bei uns im Verein auch, von der Trikotwaschfrau bis zum Abteilungsleiter“, sagt Bock. Die Gespräche mit den Spielern hat der Spielausschuss in die Hand der Trainer gelegt, bei denen sich Bock gleich noch einmal bedankt. „Wir sind sehr dankbar, dass unsere Trainer auch auf Teile ihrer Gehälter verzichten werden. Dafür war sofort Verständnis da.“

Bock plädiert für Wechselverbot

Torsten Bock, Spielausschuss-Vorsitzender

Der TSG-Funktionär würde bei einem Abbruch dafür plädieren, dass es keine Absteiger geben sollte. „Es sollte nur Aufsteiger geben – die Tabellenführer und die Zweiten. Das sage ich nicht, weil wir nun Erster sind. Ich empfände das als fair für alle. Auch Laudenbach spielt in der B-Klasse eine überragende Saison und würde dann nicht aufsteigen – das wäre ein Witz.“ Bocks Überlegungen gehen noch weiter. Eine Saison-Fortsetzung im Juli bis in den September hinein hält er für machbar. „Es sollte deutschlandweit von der Regionalliga abwärts ein generelles Wechselverbot und dann erst wieder im Jahr 2021 die ganz normale Wechselfrist geben. Dann könnte man die Saison zu Ende spielen.“ Sofern es das Virus zulässt.

Die Wechselsperre würde einen Verein wie Lützelsachsen ohnehin kaum betreffen. Hier ist man, hier bleibt man. So funktioniert der Saasemer Weg schon seit Jahrzehnten. Die Erstmannschaftstrainer Rick Hutter, Thomas Rittersberger und Petro Müller haben ebenso über die aktuelle Spielzeit hinaus zugesagt, wie das Trainerteam der zweiten Mannschaft, Enrique Cazorla, Andreas Bürholt und Oliver Kratzer. „Die Zusagen freuen uns sehr und zeigen die Identifikation mit Teams und Verein. Zudem helfen sie uns bei unserem Bestreben nach Kontinuität“, sagt Bock, der auch die Verlängerung des Engagements des langjährigen Torwart-Trainers Jörg Studer verkündete. „Er schafft es immer wieder, unsere Torhüter trotz unterschiedlicher Ambitionen und Talente weiterzuentwickeln.“

Gerhardt/Cabrera leiten TSG III

Weil Lützelsachsen eine Plattform für den eigenen Nachwuchs darstellt und in diesem Jahr gleich 21 A-Jugendliche in die Aktivität wechseln werden, hat sich die TSG 91/09 entschlossen, zur neuen Spielzeit 2020/21 eine dritte Herren-Mannschaft zu melden. Für die Leitung des Teams wurden mit Sascha Gerhardt als Trainer und Miguel Cabrera als Co-Trainer zwei ehemalige Spieler gewonnen. Gerhardt hat jahrelange Erfahrung als Jugendtrainer und betreut derzeit unter anderem die B1-Junioren in der Landesliga. „Mig“ Cabrera ist aktuell noch als Spieler der TSG II aktiv, fiel allerdings verletzungsbedingt in der Vorrunde aus.

„Da die dritte Mannschaft sportlich nah an unsere zweite Mannschaft angegliedert werden soll, ist in diesem Zusammenhang die Unterstützung von Enrique und Andreas sehr wichtig. Wir sind davon überzeugt, dass beide Trainer mit der Unterstützung Enriques unser neues Team erfolgreich aus der Taufe heben werden“, sagt Bock. Den Kern der Mannschaft bilden Spieler aus den dies- und letztjährigen A-Junioren-Mannschaften. Aus dem aktuellen A-Junioren-Jahrgang entwachsen 21 Spieler.

Das Spielausschuss-Gremium um den Vorsitzenden Torsten Bock bilden derzeit Petro Müller, Manuel Schmitt, Alexander Knauff und demnächst auch der langjährige TSG-Kapitän Stefan Schröder. „Wir sehen uns als Unterstützer der Abteilungsleiter Gültekin Isci und Jürgen Richter, die weiterhin alle Entscheidungen verantworten und den Spielausschuss auch bestimmen.“ AT