Lützelsachsens Trainer Rick Hutter hatte bislang allen Grund zu strahlen. Der Saisonstart ist mehr als geglückt.Bild: Berno Nix

Bericht aus dem sport-kurier Mannheim vom 07.09.2020

3 Spiele, 7 Punkte – das klingt nach einem Start nach Maß und nach einer Mannschaft, die möglicherweise das Zeug dazu hat, dauerhaft oben dabei zu sein.

Ob die TSG Lützelsachsen das in der Landesliga Rhein-Neckar hat, muss sich erst noch zeigen. Fakt ist jedoch, dass der Aufsteiger und letztjährige Meister der Kreisliga Mannheim einen Traumstart in die neue Saison hingelegt hat.

2:1 gegen Ziegelhausen, 1:1 bei Türkspor Mannheim und zuletzt noch ein 2:1 Sieg gegen den SV 98 Schwetzingen – das ist die bisherige Bilanz der Bergsträßer.

Gerechnet hat mit der so niemand. Selbst der eigene Trainer nicht: „Dass wir aus der ersten englischen Woche mit 7 Punkten raus gehen, ist überragend und hatte von uns so natürlich niemand erwartet“, erklärt Rick Hutter. Doch so schön das Tabellenbild derzeit auch aussieht – Lützelsachsen hat als Sechster nur 2 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Eppelheim – bei der TSG weiß man es einzuschätzen. Man spricht bewusst von einer Momentaufnahme und verliert das eigentliche Ziel nicht aus den Augen.

„Für uns geht es darum, nicht abzusteigen. Jeder Punkt den wir sammeln, soll am Ende dabei helfen, dass wir hoffentlich die Klasse halten können“, betont Hutter, der warnend den Zeigefinder hebt: „Es kann ganz schnell gehen, dass man in 3 Wochen möglicherweise mal gar keinen Punkt holt.“

Das Erfolgsrezept der TSG ist derzeit relativ simpel: Man geht in jedes Spiel, als ob es das letzte wäre. Mutig und vor allem mit einem hohen Maß an Unbekümmertheit stellt man sich der Konkurrenz. Selbst bei Türkspor Mannheim, das Hutter als bislang stärksten Gegner bezeichnet hat, hatte man keine Angst. „Wir haben dort die ersten 15 Minuten das Spiel beherrscht“, sagt Hutter und lacht: „Ich glaube, dass lag aber auch daran, dass Türkspor anfangs selbst überrascht war, wie forsch wir zunächst aufgetreten sind.“

Ein weiterer Vorteil: Der Kader ist mit 28 Mann sehr groß und verletzte Spieler gibt es zurzeit kaum zu beklagen. Hutter kann aus dem Vollen schöpfen. Wer nicht spielt, ist aber auch voll dabei, unterstützt von außen und versucht alles, um zum Erfolg beitragen zu können. „Die Jungs sind einfach extrem heiß auf diese Liga, so konzentriert wie momentan haben sie in den letzten Jahren nicht gearbeitet.“

Wer nun auf die Idee kommen könnte, dass man sich den Erfolg in Lützelsachsen im Sommer zusammengekauft hat, der täuscht sich und zwar gewaltig. Im Sommer hat sich am Kader eigentlich so gut wie nichts getan. 3 Spieler aus der eigenen A-Jugend wurden hochgezogen. Hinzu kommt mit Ricardo Rittersberger ein Neuzugang aus der A-Jugend des SV Waldhof, mit dem eigentlich niemand gerechnet hatte. Er wollte eigentlich längst in den USA auf dem College sein, musste durch die Coronakrise seine Pläne aber nach hinten schieben. „Ricardo hat in der Jugend schon für uns gespielt und zählt jetzt bis zur Winterpause zu unserem Kader. Danach wird er in die USA gehen“, berichtet Hutter.

Der nächste Gegner heißt am Sonntag St. Ilgen. Eine Mannschaft, die momentan mit nur einem Punkt im Tabellenkeller festhängt und von der Hutter so gut wie nichts weiß. Was übrigens keine Seltenheit ist: „Durch die Coronakrise fanden in den letzten Monaten kaum Spiele statt. Also konnte man auch keine potentiellen Gegner beobachten. Oft wissen wir wirklich nur das, was wir so bei Euch lesen dürfen“, sagt Hutter. Und weiter: „Dass St. Ilgen in dieser Saison bislang so hinterherhinkt, überrascht mich aber natürlich schon etwas.“

Das Ziel der TSG Lützelsachsen ist jedoch klar umrissen: Auch in St. Ilgen würde man am Sonntag gerne etwas mitnehmen. Und eines scheint klar zu sein: St. Ilgen ist mittlerweile gewarnt.