Originaltext und Bild aus dem sport-kurier Mannheim vom 19.05.2020

Lützelsachens Trainer Rick Hutter hat gut Lachen. Sein Team wird nächste Saison mit großer Wahrscheinlichkeit in der Landesliga unterwegs sein.
Bild: Berno Nix
https://www.sport-kuriermannheim.de/sportnews/fussball/kreisliga-ma/item/11761-alle-sind-heiss-auf-die-landesliga-gratulieren-laesst-man-sich-beim-kreisliga-spitzenreiter-tsg-luetzelsachsen-aber-noch-nicht.html

sport-kurier. Es gehört derzeit nicht mehr viel Fantasie dazu, in der TSG Lützelsachsen ab der neuen Saison einen Landesligisten zu sehen. Nach der Empfehlung im Rahmen der letzten Sitzung des Verbands würden die Bergsträßer als derzeitiger Tabellenerster der Mannheimer Kreisliga direkt aufsteigen. Wir sprachen mit TSG-Trainer Rick Hutter.

sport-kurier: Hallo Herr Hutter, vieles spricht dafür, dass Ihre Mannschaft diese Saison als Meister beenden wird.
Rick Hutter: Ja, die Chancen stehen diesbezüglich gut. Allerdings ist es eben noch nicht ganz spruchreif und deshalb nehmen wir da auch keine Glückwünsche an. Es kann noch vieles passieren. Wobei ich nicht glaube, dass die Saison nochmals angepfiffen wird. Da haben sich ja auch viele andere Vereine bereits dagegen ausgesprochen.

Kürzlich war zu vernehmen, dass Ihre Mannschaft den Aufstieg vielleicht gar nicht annehmen würde.
Das stimmt natürlich nicht. Klar ist: Sollten wir die Möglichkeit bekommen und aufsteigen, würden wir ihn auch zu 100 Prozent annehmen. Da gibt es keine zwei Meinungen.

Betrachtet man die letzten Jahre mit dem Scheitern in der Relegation und dem Sieg im Kreispokal so hatte sich dieser Aufstieg irgendwo auch schon angekündigt. Oder?
Ja, aufgrund unserer Leistungen könnte man ihn auch sicher als verdient bezeichnen, dass er nun aber vielleicht so kommt, ist natürlich glücklich. Wir haben uns am letzten Spieltag vor dem Abbruch zum ersten Mal auf den ersten Platz geschoben und das mit einem Unentschieden. Das sind so Geschichten, die vielleicht nur der Fußball schreibt. Dementsprechend groß ist auch unser Mitgefühl mit Rot-Weiß Rheinau, das jetzt auf dem zweiten Platz liegt. Schuldig fühlen wir uns ihnen gegenüber zwar nicht, aber für Rheinau ist das Ganze wirklich sehr bitter.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft? Freut man sich auf die neue Herausforderung?
Natürlich sind alle heiß auf die Landesliga. Sie war jetzt sicher nicht unser Ziel, aber aufgrund der letzten Jahre wussten wir natürlich schon, dass wir den Aufstieg schon mal schaffen können. Die Stimmung an sich ist aber natürlich jetzt nicht so, wie wenn man regulär aufsteigt, der Schiedsrichter abpfeift und alle die Arme hochreißen. Dieses Gefühl kann durch nichts ersetzt werden. Wir haben uns ja nicht mal gesehen in letzter Zeit. Erst am Mittwoch werden wir das erste Mal wieder gemeinsam eine Art Training machen und ich gehe mal davon aus, dass man dann auch in so manches lächelnde Gesicht schauen wird.

Die Landesliga wird eine große Herausforderung. Auch finanziell?
Nein, für uns nicht. Es ändert sich diesbezüglich kaum etwas. Die Mannschaft bleibt zu 100 Prozent so zusammen. Es kommen lediglich 3 Spieler aus unserer eigenen A-Jugend neu dazu. Ich denke, dass wir vielleicht sogar weniger Kosten haben werden, weil wir nicht mehr so oft gewinnen werden (lacht).

Sie sprechen es an, sportlich wir einiges auf ihre Mannschaft zukommen.
Das ist klar. Wir werden ganz sicher gegen den Abstieg spielen und hoffen, dass wir bis zum Schluss die Chance haben, die Klasse zu halten und eben nicht zu früh schon abrutschen. Sollten wir die Klasse am Ende dann wirklich halten, wäre es für mich schon eine kleine Sensation. Denn man sieht ja, wie es den Aufsteigern der letzten Jahre gegangen ist. Türkspor Mannheim mal ausgeklammert, ging es für alle eigentlich immer gegen den Abstieg. Trotzdem sehe ich uns nicht chancenlos. Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir im Pokal oder in Testspielen durchaus auch mal mit höherklassigen Teams mithalten konnten. Aber so etwas über eine komplette Saison zu schaffen, wäre natürlich nochmal eine ganz andere Hausnummer.